Wenn eine der Vorgaben der „Open“ Kategorie nicht erfüllt ist, fällt der Flug in die Kategorie „Specific“ und vor dem Betrieb ist eine Bewilligung von Austro Control einzuholen. Die „Specific“ Kategorie erlaubt somit auch Flüge außerhalb der Sichtweite (Beyond Visual Line of Sight, BVLOS), Flüge mit Drohnen über 25 kg oder Flüge mit Drohnen über 4 kg im besiedelten Gebiet. Anwendungsfälle für diese Kategorie können Kameraflüge über Städten oder die Befliegung von Infrastruktur sein.


Wie beantrage ich eine Betriebsbewilligung für die Specific Kategorie?

Der Betrieb innerhalb der Kategorie Specific kann nur nach einer Risikobewertung durchgeführt werden. Diese Risikoanalyse, auch SORA („Specific Operation Risk Assessment“) genannt, wird entweder im Voraus von der zuständigen Behörde durchgeführt und veröffentlicht oder vom Betreiber ausgearbeitet.

  • Die Stellung eines Antrags auf Erteilung einer Betriebsbewilligung ist ausschließlich mit dem dafür vorgesehenen Formular möglich. Dem Antrag ist eine Risikobewertung (SORA) beizulegen, Details für die Anfertigung einer solchen Risikobewertung finden sich in den Easy Access Rules der EASA. Diese und die Formulare für die Antragstellung werden im Bereich Downloads zur Verfügung gestellt.
     
  • Fällt der Betrieb unter ein sogenanntes Standard Szenario, wurde für die entsprechende Einsatzart bereits eine Risikobewertung durchgeführt und die erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen und Auflagen festgelegt. Der Betreiber muss dann keine Risikobewertung mehr durchführen, es reicht aus, wenn er die Übereinstimmung des Betriebs mit dem entsprechenden Szenario und die Einhaltung der festgelegten Auflagen erklärt. Der Eingang dieser Deklaration wird durch die Austro Control bestätigt, danach kann der Betrieb aufgenommen werden. Die Formulare für die Erklärung werden im Bereich Downloads zur Verfügung gestellt.


Was ist ein LUC - Light UAS Operator Certificate?

In der „Specific“ Kategorie gibt es die Möglichkeit der Beantragung eines „Light UAS Operator Certificate“, kurz LUC.

  • Mit dem LUC erteilt Austro Control den Betreibern die Berechtigung ihren eigenen Flugbetrieb zu genehmigen. In anderen Worten, der Betreiber genehmigt sich seinen "Specific" Kategorie Flüge selbst, wo normalerweise die Genehmigung von Austro Control erforderlich gewesen wäre.
     
  • Diese „erweiterte Betriebsgenehmigung“ erfordert jedoch erhebliche zusätzliche Aufwände seitens des Betreibers, insbesondere im Hinblick auf die Aspekte des Sicherheitsmanagements (SMS). Realistisch gesehen werden die Vorteile eines LUC in den Anfangszeiten recht begrenzt sein, aber sie können für einen Hersteller von Nutzen sein (beispielsweise während des ersten Flugtestprozesses) oder für Betreiber, die große unbemannte Flotten betreiben möchten.
     
  • Die Anforderungen für Betreiber, die ein LUC beantragen möchten, sind im Teil C der Verordnung (EU) 2019/947 verankert (siehe dazu UAS.LUC.010).
     
Die Verordnung finden Sie im Bereich Downloads.



Ich habe bereits eine Betriebsbewilligung nach österreichischem Recht

Bis 31.12.2020 ausgestellte nationale Bewilligungen für den Betrieb unbemannter Luftfahrzeuge der Klasse 1 sind noch bis längstens 31.12.2021 gültig und dürfen unter den im Bescheid angeführten Auflagen, Bedingungen und Befristungen verwendet werden. Ein gesonderter Kompetenznachweis gemäß EU-Regulativ ist dafür nicht erforderlich, der Betreiber muss sich jedoch registrieren.

ACHTUNG

In bestimmten Gebieten (z.B. Gebiete rund um Flughäfen und Flugplätze, Flugbeschränkungsgebiete, …) dürfen Flüge nur mit vorheriger Bewilligung von Austro Control bzw. von anderen Behörden durchgeführt werden.

Eine Übersicht über diese Gebiete sowie weitere Informationen finden sie unter map.dronespace.at bzw. in der Austro Control Drohnen-App „Drone Space".


Welche Flüge können in der „Specific“ Kategorie nicht durchgeführt werden?

Die Kategorie „Certified“ ist für Drohneneinsätze vorgesehen, bei denen das vorliegende Risiko vergleichbar zur bemannten Luftfahrt ist. Diese sieht u.a. eine Zertifizierung des Fluggerätes vor.

Folgende Flüge fallen jedenfalls in die „Certified“ Kategorie:

  • Transport von Personen
  • Transport von Gefahrgut
  • Flüge über Menschenansammlungen mit Drohnen von über 3 Metern Größe

Die Regelungen für die Kategorie „Certified“ sind derzeit auf europäischer Ebene noch in Ausarbeitung. Derzeit ist daher in diesen Fällen eine Ausstellung von Bewilligungen noch nicht möglich.

Weiterführende Informationen zum europäischen Regulativ finden Sie auch auf der Homepage der EASA.

HÄUFIG GESTELLTE FRAGEN

Was bedeutet die Specific Kategorie?
Diese Kategorie ist für solche Drohneneinsätze vorgesehen, die eine oder mehrere Vorgaben der Kategorie OPEN überschreiten müssen (z.B. Flüge über 120 Meter, Fliegen außerhalb der Sichtverbindung). Die hierfür erforderliche Betriebsbewilligung muss von Austro Control eingeholt werden. Für den Antrag der Betriebsbewilligung muss vom Betreiber eine Risikobewertung des Einsatzes nach geltenden Vorschriften eingebracht werden.
Alternativ kann statt des Antrags eine Bekanntgabe ausreichend sein, wenn für den vorgesehenen Einsatz bereits eine Risikobewertung durchgeführt und als sogenanntes Standardszenario veröffentlicht wurde.
Wer über eine gesonderte UAS-Betreiberzegnis verfügt (Light UAS operator certificate, kurz LUC) kann innerhalb definierter Standardszenarien Flüge auch ohne Betriebsbewilligung durchführen.
Wichtig: Standardszenarien umfassen auch das Thema FPV-Racing, FPV Racer und FPV-Flug.
Was müssen Fernpiloten absolvieren, um in der Kategorie "specific“ eine Drohne fliegen zu können?
Bei einem Betrieb, der unter diese Kategorie fällt, hängt die Schulung von der Komplexität des Betriebs selbst ab. Wenn der Betrieb nicht in ein Standardszenario fällt, müssen Sie nach der Risikobewertung der nationalen Luftfahrtbehörde einen möglichen Schulungskurs vorschlagen. Austro Control bewertet in jedem Fall die Angemessenheit der Schulung, und wenn sie dies in der Betriebsgenehmigung bestätigt, wird die Schulung zur erforderlichen Schulung.

Wenn Ihr Betrieb in ein Standardszenario fällt, muss der Fernpilot:

•    über ein Zertifikat über theoretische Kenntnisse des Fernpiloten für den Betrieb unter Standardszenarien verfügen;
•    eine Akkreditierung für den Abschluss der praktischen Fertigkeit STS-01 besitzen.

Dazu ist das erfolgreiche Absolvieren der Online-Prüfung notwendig.
Wird das Kompetenzzertifikat für die Kategorie „specific“ europaweit anerkannt?
Ja, Schulungen, die in einem EASA-Mitgliedstaat durchgeführt werden, werden in allen anderen anerkannt.
Ich falle in die Kategorie "specific". Kann ich meine alte Drohne nach dem 31. Dezember 2020 fliegen?
Ja. Drohnen in der Kategorie "specific" benötigen keine Klassenkennzeichnung (außer wenn sie in einem Standardszenario betrieben werden).
Wann ist die Kategorie "certified" für mich relevant?
Die "certified" Kategorie ist für Drohneneinsätze vorgesehen, bei denen das vorliegende Risiko vergleichbar zur bemannten Luftfahrt ist. Diese Kategorie sieht eine Zertifizierung des Fluggerätes vor. Eine Zertifizierung ist jedenfalls notwendig, wenn das Fluggerät für den Personen- oder Gefahrenguttransport oder für den Flug über Menschenansammlungen genutzt wird.